Schreinerei Rosendahl vor dem Aus gerettet
 

Emmerich. Die Schreinerei Rosendahl hatte nach einem Herzinfakt des Chefs Johannes Rosendahl die Pforten schon  geschlossen. Jetzt gibt es doch eine Zukunft, weil Mitarbeiter Patrick Hoppe die Nachfolge übernommen hat.

 
Das Ende stand kurz bevor. Und das nach 60 Jahren. Zum Jubiläum am 2. Januar Standen die Geschäfte in der Schreinerei Rosendahl bereits still. Betreiber Johannes Rosendahl erlitt einen Herzinfarkt und muss kürzer treten: "In 47 Prozent der Fälle überlebt man einen solchen Herzinfarkt nicht", sagt der 57-Jährige.

 
Der Mitarbeiter, der die Nachfolge übernehmen sollte, "bekam kalte Füße", verrät Rosendahl. Da er selbst keinen Nachwuchs hat, bleibt ihm zunächst nur die Möglichkeit, die Pforten zu schließen.

 
Das "Orginal" bleibt im Betrieb

 
Zunächst. Dann fasste sich Patrick Hoppe (34) ein Herz. "Ich habe vier Jahre lang hier gearbeitet und einen guten Kontakt zum Chef gepflegt", sagt der Emmericher. Er konnte Rosendahl schnell davon überzeugen, das er den Betrieb weiterführt. "Johannes Rosendahl bleibt als Berater im Betrieb. Das ist wichtig, weil ihn in Emmerich jeder kennt, Er ist ein Orginal. Ansonsten werde ich alles so weiterführen, wie eh und je", sagte Hoppe. Das heißt, bei Rosendahl werden auch künftig Dachstühle, Treppen und Möbel geschreinert, Reparaturarbeiten getätigt, Fenster montiert und so weiter. " Wir haben uns nie spezialisiert, bieten das gesamte Angebot rund ums Holz", so Hoppe.

 
Auch Paul Janssen, der seit 1981 Mitarbeiter bei Rosendahl und für kurze Zeit arbeitslos war, ist glücklich über die Entwicklung: "Es ist eine tolle Sache, dass es weiter geht."
 
Wilhelm Rosendahl hatte die Schreinerei 1950 gegründet. Dabei landete der Schwalmtaler nur zufällig nach Kriegsgefangenschaft in Emmerich. "Er wollte über den Rhein. Es fuhren aber keine Fähren. Da lernte er meine Mutter Adele kennen", schildert Johannes Rosendahl.
 
Eigentlich plante Vater Rosendahl eine Zimmerei mit Sägewerk zu eröffnen. Doch dafür bekam er keine Genehmigung ("politik", so Rosendahl). In dem heutigen Wohngebiet an der Berliner Straße errichtete Rosendahl dann die Schreinerei, in deren Mauerwerk auch Steine der im Krieg zerstörten Leegmeer-Schule verbaut wurden: "Damals war hier nur Acker", schildert Rosendahl.
 
Nachdem Wilhelm 1970 an einem Herzinfakt verstarb, führte die Mutter die Geschäfte zunächst ohne Meister im Betrieb fort. Sohn Johannes Rosendahl holte den Meisterbrief nach und übernahm 1974 die Geschäfte.
 
Moderne Technick ist in der "Pumuckl-Werkstatt", so Hoppe, weniger zu finden. "Wenn Du klein bleibst, muss das nicht sein", erklärt Rosendahl. Auch Hoppe möchte lieber beim guten alten Handwerk bleiben: "Das zeichnet das Können aus."
 
Für die nächsten vier Jahre bleibt Ex-Chef Rosendahl auf jeden Fall noch als Berater im Betrieb. Hoppe möchte Kooperation mit Alu- Lieferanten für Türen und Fenster ausbauen. Auch einen Partner für Treppenbau habe er gefunden.
 
Quelle: www.derwesten.de (27.01.2010) Text & Bild

Über uns